11. 11. 2021

Erfolgreiche Gesamtsanierung VS Kirchdorf

 

Die Generalsanierung der VS-Kirchdorf (Sanierungszeitraum 2017-2020) der e5-Gemeinde Höchst/Vorarlberg umfasste neben der Umstellung des Heizsystems auf Wärmpumpe (raus aus Öl und Gas) auch die thermische Sanierung des Gebäudes inklusive dessen Verschattung. Die Schule hatte gravierende Überhitzungsprobleme infolge des verglasten Innenhofs. Ziel der Sanierung war das Heranführen des Gebäudes an den Passivhausstandard, um damit eine deutliche Komfortsteigerung für Sommer und Winter zu erzielen. Die erdanliegenden Fußböden, die Außenwände und das Dach wurden gedämmt und die Fenster erneuert. Zusätzlich zum Einbau der Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung wurde eine Photovoltaikanlage (mit einer Gesamtleistung von 25 kWp) realisiert. Bei der Optimierung des Beleuchtungssystems ist eine Umstellung auf LED-Leuchtmittel durchgeführt worden. Dank der umgesetzten Sanierungsmaßnahmen konnte der mittlere U-Wert des Gebäudes schlussendlich von 0,58 auf 0,27 W/m²K gesenkt werden. Somit wurde auch der Heizwärmebedarf von 70,2 kWh/(m²a) HWBref,RK um mehr als die Hälfte auf 32,4 kWh/(m²a) HWBref,RK reduziert werden. In Summe bedeutet dies eine Reduktion der CO2-Emissionen um etwa 65 Tonnen pro Jahr.

 

Erhalten Förderungen für die Sanierung:

• KGA Kommunalgebäudeausweis Vereinbarung mit dem Umweltinsitut

• KPC Förderung Umweltförderung Kommunalkredit Public Consulting "raus aus Öl und Gas"

• Klima:aktiv Zertifizierung "Gold"

 

umweltrelevante Kosten: EUR 1.700.000,-

erzieltes Fördervolumen: EUR 640.000,-

 

Interview mit Bürgermeister Herbert Sparr

(Do., 14.10.2021, Christoph Schwemberger)

 

 

 

Welchen Stellenwert hat nachhaltiges Bauen in der e5-Gemeinde Höchst?

Nachhaltiges Bauen hat in Höchst mittlerweile einen sehr hohen Stellenwert. Der schonende Umgang mit Ressourcen ist ausgewiesenes Ziel der Gemeinde Höchst. Schon bei den ersten Ideen und vor der Planung hinterfragen wir mögliche Umweltauswirkungen kritisch. Hier spielen externe Berater eine gewichtige Rolle. Damit nehmen wir unsere Verantwortung zum Schutz der nächsten Generationen ernst.

 

Inwieweit konnte die Gemeinde von der Projektbegleitung durch EIV/baubook profitieren?

Gerade in Hinblick auf die Gebäudenutzung durch Kinder und Jugendliche kommt dem Raumklima eine besondere Bedeutung zu. Die Wahl schadstofffreier Materialen sorgt schlußendlich für gesunde Raumluft und ein angenehmes Raumklima. Unsere Planer haben dabei mit den Profis vom EIV gut zusammengearbeitet. So konnten wir gemeinsam die Auszeichnung „Klima:aktiv Gold“ erreichen und eine zusätzliche KPC-Förderung in Anspruch nehmen.

 

Welche Herausforderungen mussten zur Zielerreichung bewältigt werden?

Die formale Projektabwicklung zur Zielerreichung war teilweise ziemlich komplex und anspruchsvoll. Hier bedanken wir uns für die gute Zusammenarbeit mit den Beratungsprofis des Vorarlberger Energieinstituts die uns dabei optimal unterstützten.

 

Gibt es Zukunftsstrategien und sind bereits konkrete Aktivitäten geplant?

Die räumliche Nachverdichtung von Bestandsbauten zur Schaffung von neuem Wohnraum ist ein sehr aktuelles Thema dem wir uns widmen. Weiteres gibt es Überlegungen zu neuen Raumkonzepten. Beim Thema Verkehr arbeiten wir eng mit den angrenzenden Gemeinden und dem Land Vorarlberg zusammen. Hier ist Höchst stark betroffen und ebenso stark gefordert.

 

 

Bildnachweis: baubook, M.Grabherr VS Höchst

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