Oekoindex – Allgemein


Oekoindex – Allgemein

 

Die richtige Baumaterialwahl wird immer wichtiger, da der Energieeinsatz für die Herstellung eines Gebäudes in etwa gleich hoch ist wie der Aufwand für die Beheizung eines Niedrigenergiehauses während 50 Jahren. Umweltgerechtes Bauen berücksichtigt daher bestmöglichen Wärmeschutz, erneuerbare Energieträger und ökologische Baustoffe. Die ökologische Baustoffwahl entlastet die Umwelt und die Geldbörse nachhaltig.

 

Der ökologische Optimierungsprozess lässt sich mittels Oekoindex (OI) des Gesamtgebäudes veranschaulichen. Der OI für ein Gebäude ist umso niedriger, je weniger nicht erneuerbare Energie eingesetzt und je weniger Treibhausgase und andere Emissionen bei der Produktion der Baustoffe und des Gebäudes zum Zeitpunkt der Errichtung, sowie für erforderliche Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen abgegeben werden.

 

Der Oekoindex verwendet von der Vielzahl an Umweltkategorien bzw. Stoffgrößen die folgenden drei:

  • Primärenergieinhalt (PEIne) – Herstellungsenergie nicht erneuerbar
  • Treibhauspotential (GWP) – Globale Erwärmung durch Treibhausgase
  • Versäuerungspotential (AP) – Regional wirksam auf Böden, Wald, Gewässer, etc.

Dabei werden diese jeweils zu 1/3 gewichtet. Der Oekoindex wird auf die Bruttogeschossfläche laut OIB-Leitfaden bezogen. Die Datengrundlagen werden durch das baubook (www.baubook.at) zur Verfügung gestellt und verwaltet.

 

Bilanzgrenzen-Konzept
Im Oekoindex-Leitfaden ist die Berechnung von Ökokennzahlen für Gebäude beschrieben und festgelegt. Mittels Bilanzgrenzen-Konzept (Bezugsgrenze BG1 bis BG6) kann die Betrachtung von der thermischen Gebäudehülle (BG0) bis zur Gebäude-Gesamtbetrachtung (BG6) gewählt werden. In Österreich werden hauptsächlich die Bezugsgrenzen BG0 und BG3 (inklusive Keller,…) verwendet.

 

Ab der Bilanzgrenze BG3 werden die Nutzungsdauern für die Bauteilschichten berücksichtigt.  

Dabei wird nicht nur die Gebäude-Errichtung in Betracht gezogen, sondern auch die erforderlichen Sanierungs- und Instandhaltungszyklen der Bauteilschichten im Laufe der Gesamtlebensdauer eines Gebäudes. Der standardisierte Betrachtungszeitraum wird mit 100 Jahren gem. ÖN EN 15804 angenommen.

 

Nachweis für Produkt-Hersteller

Der Oekoindex setzt sich aus den drei Indikatoren „Primärenergieinhalt, nicht erneuerbar“ (PEIne), „Treibhauspotential, 100 Jahre“ (GWP 100) und „Versauerungspotential“ (AP) zusammen. Diese drei Indikatoren sind mittels Ökobilanz gemäß Vorgaben des ‚Institut für Baubiologie und –ökologie‘ in Wien [IBO 2009] nachzuweisen.

Eine Ökobilanz ist eine quantitative Methode, um die Wirkungen von Produkten auf die Umwelt zu erfassen. Sie wird durch internationale Normen und Standards geregelt (ÖNORM EN ISO 14040 und 14044). In der baubook werden alle Umweltwirkungen aus der Herstellung der Bauprodukte – begonnen mit der Rohstoffgewinnung bis hin zum Werktor (vor Auslieferung des verkaufsfertigen, verpackten Produkts) – berücksichtigt. Das Treibhauspotential und das Versauerungspotential werden gemäß [CML 2001], der Primärenergieinhalt nach [Frischknecht et. al 2004] berechnet.

Zur Modellierung des Lebenszyklus wird das Software-System SimaPro 7.1 eingesetzt. Die Basisdaten stammen vorwiegend aus der Datenbank ecoinvent 2.0. Die verwendeten Daten sind grundsätzlich deutlich weniger als 3 Jahre alt.



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