PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) sind organische Verbindungen, die mindestens eine vollständig fluorierte Methylgruppe (-CF₃) oder vollständig fluorierte Methylengruppe (-CF₂-) enthalten, bei der das zentrale Kohlenstoffatom keine Bindungen zu Wasserstoff (H), Chlor (Cl), Brom (Br) oder Iod (I) aufweist.
PFAS werden aufgrund ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften in zahlreichen Produkten eingesetzt. Sie gelten als besonders bedenklich, weil sie in der Umwelt sehr persistent sind (d.h. sie bauen sich praktisch nicht ab) und werden daher auch „Ewigkeitschemikalien“ genannt. PFAS können sich in Böden, Gewässern, Tieren und im menschlichen Körper anreichern. Studien zeigen Zusammenhänge mit Krebs, Hormonstörungen, Immunschwächung und Fortpflanzungsproblemen.
Die Europäische Union arbeitet derzeit an einer weitreichenden Regulierung und Beschränkung aller PFAS. Ein gemeinsamer Vorschlag von Deutschland, Dänemark, den Niederlanden, Norwegen und Schweden zielt auf ein EU-weites Verbot fast aller PFAS ab, mit wenigen Ausnahmen für sicherheitskritische Anwendungen. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) prüft diesen Vorschlag im Rahmen der REACH-Verordnung. Ziel ist es, PFAS in Produktion, Verwendung und Abfallströmen schrittweise zu eliminieren und durch umweltfreundlichere Alternativen zu ersetzen.